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Mittwoch, 24. Januar 2018

Der radikale Schnitt

Wie der "Bubikopf" in den zwanziger Jahren sowohl die Geschlechterordnung als auch die politischen Anschauungen durcheinander brachte Von der Wiener Zeitung (Freitag, 18. Dezember 2009) freundlicherweise zur Verfügung gestellt. 
Von Susanne Breuss 
"Die schöne Frau", ein Magazin für Kosmetik und Körperpflege, brachte 1926 einen Beitrag unter der Überschrift "Wenn die Kaiserin Elisabeth von Österreich einen Bubikopf getragen hätte!" Zur Illustration dieser Überlegung waren neben einem bekannten Sisi-Portrait auch zwei retouchierte Versionen mit Bubikopf- Frisuren abgedruckt. 
Diese Gedankenspielerei erscheint im historischen Rückblick als Ausdruck einer aus den Fugen geratenen Geschlechterordnung. Sisis berühmt üppige Haarpracht war Zeichen einer normativ fixierten Form von Weiblichkeit, wie sie bis zum Ersten Weltkrieg Geltung hatte. Lange Haare galten bis dahin als Inbegriff von Weiblichkeit, sie waren die übliche, von niemandem in Frage gestellte Haartracht der Frauen und Mädchen, auch wenn sie bei erwachsenen Frauen in der Regel durch Hochsteck- und Flechtfrisuren gebändigt wurden. Umso schockierender musste es anmuten, als in den 1920er Jahren im Zuge des allgemeinen Trends zu einer Versachlichung und Vereinfachung der Frauenmode nicht nur die Kleider, sondern auch die Haare immer kürzer wurden. Und zwar so kurz, dass nicht wenigen – vor allem männlichen – Zeitgenossen das Schreckbild einer geschlechtlich indifferenten, nicht mehr eindeutig als Frau erkennbaren, mit Männern durchaus verwechselbaren Gestalt vor Augen trat.  
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https://austria-forum.org/af/Heimatlexikon/Bubikopf 
Nadja sagt: Das ist mein Fall! ;-)

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